DIE GRÜNDUNG



Es war an Pfingsten 1927, als der Gastwirt Adam Koch eine damals sportgerechte Kegelbahn einweihte. Schießsportbegeisterte Stammtischgäste des „ Gambrinus “ sahen in der neuen Kegelbahn die Möglichkeit, diese als Schießstand zu benutzen, um aus der Enge eines Saales herauszukommen.
Man schritt zur Gründung eines Vereines, - der Schießsportvereinigung 1927 – die im Mai oder Juni erfolgt sein muss. Leider findet sich keine genaue Unterlage, da die Protokollbücher nicht mehr vorhanden sind.
Am 13.Juli 1927 findet sich im „ Pfungstädter Anzeiger“ folgende Notiz, die für den Verein heute als ältestes Dokument seines Bestehens gilt.
Der Verein schloss sich sofort einem Landesverband an , dem Südwestdeutschen Sportverband
für Kleinkaliberschießen mit Sitz in Karlruhe.
Eine erste urkundliche Erwähnung eines Schützenwesens in Pfungstadt findet man im hiesigen Archiv in einem Gerichtsbuch, wo ein Eintrag im Jahre 1622 lautet: „ hinder der Schißmauer“ , 1626 heißt es „ hinter der Schießmauer“ und 1653 ist zu lesen „ behausung allhie uff de straße gelegen, genannt dass schiß hauß „ . Diese ersten urkundlichen Eintragungen lassen erkennen, dass vor dem 30jährigen Krieg hier eine Schützengilde bestanden hatte, die den Bürgern des damaligen wohlhabenden und großen Ortes die Gelegenheit gab, sich im Schießen zu ertüchtigen und wahrscheinlich die Kameradschaft zu pflegen.
Der letzte Eintrag von 1653, der sogar ein Schießhaus nennt, sagt uns auch den Standort des Schießstandes. Die „Straße“ ist die Eberstädter Straße und spätere Eintragungen in den Flurbüchern und die Verhandlungen über den Bau der Eisenbahn und der Streit um den Standort des Bahnhofes lassen uns genau den früheren Schießstand der Pfungstädter Schützengilde feststellen. Es ist das Gelände , auf dem die St. –Antonius - Kirche der katholischen Kirchengemeinde steht.