DIE WIEDERGRÜNDUNG

Durch die 1945 eingetretene militärische Niederlage Deutschlands kam von Seitender Siegermächte ein totales Verbot für sämtliche Vereinswesen in allen Bereichen. Der
Schießsport wurde hiervon am härtesten und längsten betroffen. Erst Anfang der fünfziger Jahre hob man dieses Verbot entlich auf und am 18. November 1951 wurde in Köln in einer feierlichen Proklamation unter der Anwesenheit des Bundespräsidenten Prof. Theodor Heuß
Und zahlreichen namhafter Persönlichkeiten der Regierung und des deutschen Sports des alte „Deutsche Schützenbund“ wieder gegründet. Zu jener Zeit lebten auch im Landkreis Darmstadt einige Vereine wieder auf.
In Pfungstadt fanden sich schließlich am 8.Dezember 1959 im „Frankensteiner Hof“ 20 Mann Zusammen, einig dem Willen, die alte Schießsportvereinigung von 1927 wieder ins Leben zu rufen. Von den Altmitgliedern bekannten sich insgesamt wieder 7 zu diesem Verein. Gleichzeitig entschied man sich sofort zum Beitritt in den „Hessischen Schützenverband“, der dem Deutschen Schützenbund angeschlossen ist. Die Anwesenden wählten sogleich einen siebenköpfigen Vorstand, der bald eine rege Tätigkeit entwickelte. Schon am 1.Januar 1960 konnten beim Deutschen Schützen-
bund 43 Mitglieder gemeldet werden. Man gab eine neue Satzung heraus, und der Verein wurde dann auch am Register Gericht zu Darmstadt unter der Bezeichnung „Schießsportvereinigung Pfungstadt 1927 eV“ eingetragen.
Mittlerweile hatte man den Schießbetrieb mit Luftgewehren im „Rheinischen Hof“ aufgenommen, da das Wiedergründungs – Lokal nicht die erforderlichen Räumlichkeiten aufwies. An den Trainigsabenden zählte man bald regelmäßig 20 bic 30 aktive Schützen, die sich zum Teil eigene Sportgewehre anschafften. Gerne hätte man – wie andere Nachbarvereine – das Klein – Kaliber – Schießen aufgenommen. Leider war jedoch der alte Schießstand durch die Wirrnisse der Nachkriegszeit für den Verein nicht mehr verfügbar, da das Gelände samt Schützenhaus anderen Zwecken nutzbar gemacht worden war. Auf Grund Dieser realen Tatsache wandte sich der Vereins – Vorstand im Sommer 1960 an den Magistrat der Stadt , mit der Bitte , erneut ein geignetes Grundstück zur Verfügung stellen zu wollen. Diesem Anliegen wurde entsprochen und die nötigen Planungsarbeiten wurden durchgeführt.
Die Vereinigung nahm weiterhin einen erfreulichen Aufstieg, was nicht zuletzt der unermüdlichen und vielseitigen Aufgabenstellung des Vorstandes zuzuschreiben sein dürfte.
Neben der ständigen Verbesserung schießsportlicher Leitung erkannte man von Anfang an die Verpflichtung, die Pflege alter deutscher Schützen – Tugenden – und Traditionen wachzuhalten. So entschied man sich noch in dem Jahr für eine einheitliche Schützenkleidung.
Inzwischen fanden (wie auch bei vielen anderen Sportarten) auch verschiedene Damen den Weg zum Schießsport. Eine besondere Bereicherung stellte das im Herbst erstmalig durchgeführte Königsschießen dar, was mir einem Königball (an dem die Bevölkerung der Stadt regen Anteil nahm) den Höhepunkt des Vereinslebens bildete. Ultimo 1960 war die Schützenfamilie auf 100 Mitglieder angewachsen.